Das Geradeziehen von Stuckprofilen

1. Man unterscheidet zwei Zugrichtungen beim Ziehen von Stuckprofilen:

a) Den „Schleppzug“: bei ihm ist die abgefaste Seite des Sattelholzes vorn. Dadurch wird beim Ziehen der Mörtel in die noch vorhandenen Löcher und Unebenheiten des Zuges hineingedrückt.

b) Den „Scharfzug „: in diesem Fall ist das Schablonenblech vorn. Durch die Schärfe des Bleches wird der aufgezogene Mörtel abgeschert.

2. Solange der Gipsbrei noch dünnflüssig ist, wird er auf den Tisch aufgelegt, bzw. an die Wand gespritzt. Durch einmaliges Schleppziehen mit der Schablone zeichnet sich die Breite der Stuckleiste ab und man kann ruhig einen Augenblick warten, bis der Gips dicker geworden ist.

3. Dann wird unter abwechselndem Antragen (Anspritzen) und Durchfahren mit der Schablone das Profil gezogen. Bei jedem Profil ist vor allen Dingen von Anfang an auf die Kanten zu achten, die Flächen ergeben sich dann von selbst.

4. Größte Reinlichkeit ist erforderlich, Geschirr und Schablone sind immer sauber zu halten. Beim Reinigen der Schablone ist darauf zu achten, daß die Blechschablone nicht beschädigt wird.

5. Sobald nun der Gips anfängt, hart zu werden, muß beim „Tischzug“ der „Weg“, der sich auf beiden Seiten des Profils gebildet hat, und beim „Wand- oder Deckenzug“ der „Lattengang“ sauber gereinigt werden.

6. Mit der sorgfältig gereinigten Schablone wird der Zug jetzt im S c h a r f z u g wiederholt ausgefahren. Weil der Gips sich während des Abbindens bekanntlich um etwa 1% ausdehnt, schneidet die Schablone nunmehr eine feine Schichte ab. Wenn das Ausfahren versäumt wird, kann der Widerstand der Schablone so groß werden, daß der Zug nachgibt und sich löst.

7. Sollten die Kanten und Flächen nach dem Ausfahren noch nicht sauber genug sein, so wird nochmals mit dem im Gummibecher oder Stuckpfännchen bereitgestellten
„Stehgips“ der ganze Zug eingeschmiert und wieder „scharf“ ausgefahren.

8. Unter keinen Umständen darf eine ungenügende Schärfe des Profils durch Wasser und Pinsel vertuscht werden.

9. Bei besonders schwierigen Profilen mit scharfen Kanten hält die linke Hand kurz vor der Schablone frischen Gips ein, während die Schablone mit der rechten Hand scharf durchgeführt wird.

10. Bei sehr großen Profilen ist es zu empfehlen, aus zwei Anmachgefäßen zu arbeiten. Die errechnete Wassermenge (etwa 60 % der Stuckgipsmenge in Litern) wird je zur Hälfte in die beiden Anmachgefäße geschüttet. Zunächst wird ins erste Gefäß der Gips eingestreut; erst wenn der Zeitpunkt des Umrührens da ist, wird im ersten Gefäß umgerührt und ins zweite eingestreut. Zur gegebenen Zeit wird dann auch im zweiten Gefäß umgerührt. Der Vorteil liegt darin, daß der erste Mörtel noch nicht ganz abgebunden hat, wenn zum Mörtel des zweiten Anmachgefäßes gegriffen wird, der zweite Mörtel sich also gerade noch mit dem ersten verbindet.

11. Das Abheben des Zugs. Vor dem Abheben des Zuges auf dem Tisch werden die Ränder der Stuckleiste mit Schneideisen oder Spachtel angeritzt und dann der Zug in der Längsrichtung abgeschoben. Löst sich der Zug schwer, so kann das Abheben durch Klopfen auf dem Tisch erleichtert werden. Die Profil stäbe sind flach zu legen, damit sie sich während des Trocknens nicht verbiegen können. Um größere Arbeitsleistung zu erzielen, können sowohl mehrere Profile auf dem Sattelholz vereinigt als auch beide Seiten des Tisches ausgenützt werden.

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